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Zahnschmelzabbau (Erosion)

Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz unseres Körpers und schützt unsere Zähne vor Karies, Temperaturempfindlichkeiten und dem täglichen Verschleiß. Doch er ist nicht unüberwindbar. Immer häufiger beobachten wir in unserer Praxis Fälle von Zahnschmelzabbau, auch bekannt als Zahnerosion. Anders als Karies, die durch Bakterien verursacht wird, entsteht Erosion durch Säuren, die den Zahnschmelz direkt auflösen. Dieser schleichende Prozess bleibt oft lange unbemerkt, kann aber weitreichende Folgen für Ihre Zahngesundheit haben.

In diesem Beitrag klären wir Sie umfassend über die Ursachen, Symptome und vor allem die wirksamen Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten des Zahnschmelzabbaus auf.

Was ist Zahnschmelzabbau (Zahnerosion)?

Zahnschmelzabbau ist der Verlust von Zahnhartsubstanz durch chemische Prozesse, die nicht bakteriellen Ursprungs sind. Das bedeutet, dass aggressive Säuren den mineralischen Bestandteil des Zahnschmelzes direkt auflösen, ohne dass Bakterien beteiligt sein müssen. Im Gegensatz zur Karies, die lokalisierte Löcher verursacht, betrifft die Erosion oft größere Flächen der Zahnoberfläche.

Die Rolle des Zahnschmelzes

Der Zahnschmelz bildet die äußerste Schicht der Zähne und ist extrem widerstandsfähig. Er besteht zu über 95 % aus Hydroxylapatit, einem hochmineralisierten Kalziumphosphat. Diese kristalline Struktur ist unser natürlicher Schutzschild gegen Angriffe von außen. Ist dieses Schutzschild erst einmal abgebaut, liegt das empfindliche Dentin (Zahnbein) frei, was zu Schmerzempfindlichkeit und weiteren Problemen führen kann.

 

Ursachen des Zahnschmelzabbaus: Woher kommen die Säuren?

Die Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, können aus verschiedenen Quellen stammen:

1. Externe Säuren (Ernährung)

Dies ist die häufigste Ursache für Zahnschmelzerosion.

  • Saure Getränke: Limonaden, Softdrinks, Fruchtsäfte (besonders Zitrusfrüchte wie Orange, Zitrone, Grapefruit), Sportgetränke, Eistee, aber auch Sekt und Wein sind besonders gefährlich. Der niedrige pH-Wert dieser Getränke löst den Zahnschmelz direkt auf.
  • Saure Lebensmittel: Essig (Salatdressings), saure Süßigkeiten, bestimmte Obstsorten wie Zitrusfrüchte, Beeren und saure Äpfel.
  • “Sipping-Effekt”: Das ständige Nippen an sauren Getränken über den Tag verteilt ist schädlicher als der schnelle Konsum, da der Zahnschmelz keine Zeit zur Remineralisation hat.

2. Interne Säuren (Magen)

Säuren, die aus dem Magen in den Mund gelangen, können ebenfalls massiven Zahnschmelzabbau verursachen.

  • Sodbrennen/Refluxkrankheit: Chronisches Aufstoßen von Magensäure in die Speiseröhre und den Mund.
  • Erbrechen: Bei Essstörungen (Bulimie) oder Schwangerschaftsübelkeit gelangen große Mengen Magensäure in den Mund.

3. Weitere Faktoren

  • Medikamente: Einige Medikamente können Mundtrockenheit verursachen, was den Schutz durch Speichel reduziert.
  • Mundtrockenheit (Xerostomie): Speichel neutralisiert Säuren und remineralisiert den Schmelz. Ein Mangel an Speichel macht die Zähne anfälliger.
  • Unsachgemäßes Zähneputzen: Zu hartes Bürsten direkt nach dem Konsum saurer Speisen/Getränke kann den aufgeweichten Schmelz förmlich wegscheuern.

 

Symptome: Wie erkenne ich Zahnschmelzabbau?

Zahnschmelzabbau entwickelt sich schleichend. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  1. Erhöhte Temperaturempfindlichkeit: Besonders auf heiße, kalte oder süße Speisen und Getränke. Dies ist oft das erste und auffälligste Symptom.
  2. Verfärbungen: Wenn der Schmelz dünner wird, scheint das gelblichere Dentin durch, wodurch die Zähne dunkler oder gelblicher erscheinen.
  3. Glanzverlust: Die Zähne verlieren ihren natürlichen, gesunden Glanz und wirken matt.
  4. Veränderte Zahnform: Die Schneidekanten der Frontzähne können transparent wirken oder abflachen, Kauflächen der Backenzähne können “muldenförmig” erscheinen.
  5. Dünnere Zahnränder: Der Zahnschmelzrand am Zahnfleisch kann sich zurückbilden, wodurch die Zähne länger wirken.
  6. Rissbildung: Fortgeschrittener Schmelzabbau kann zu feinen Rissen im Schmelz führen.

Prävention ist der beste Schutz: So beugen Sie Zahnschmelzabbau vor

Als Ihre Zahnärzte legen wir großen Wert auf Prävention. Mit einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Zähne effektiv schützen:

1. Säurearme Ernährung:

  • Reduzieren Sie den Konsum von Softdrinks, Fruchtsäften und sauren Süßigkeiten.
  • Bevorzugen Sie Wasser oder ungesüßten Tee als Getränke.
  • Bei sauren Speisen/Getränken: Schnell konsumieren, nicht lange im Mund behalten oder “nippen”.
  • Spülen Sie den Mund nach dem Konsum von Säure mit Wasser aus, um den pH-Wert zu neutralisieren.

2. Richtiges Putzverhalten:

  • Warten Sie mindestens 30-60 Minuten nach dem Verzehr saurer Speisen/Getränke mit dem Zähneputzen. Der Speichel hat in dieser Zeit die Chance, den Schmelz zu remineralisieren und zu härten.
  • Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste und eine fluoridhaltige Zahnpasta.
  • Setzen Sie auf eine sanfte Putztechnik mit wenig Druck.

3. Speichelfluss anregen:

  • Kauen Sie zuckerfreien Kaugummi (enthält Xylit) nach den Mahlzeiten. Dies regt den Speichelfluss an und hilft, Säuren zu neutralisieren.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser.

4. Regelmäßige zahnärztliche Kontrolle:

  • Bei Ihren Vorsorgeterminen erkennen wir frühzeitig Anzeichen von Zahnschmelzabbau und können gezielt beraten.
  • Wir können Ihnen hochkonzentrierte Fluoridgele oder -lacke für zu Hause oder die Praxisbehandlung empfehlen, die den Zahnschmelz stärken.

5. Behandlung von Grunderkrankungen:

  • Lassen Sie Sodbrennen oder Refluxkrankheiten von einem Arzt behandeln.

Behandlungsmöglichkeiten bei Zahnschmelzabbau

Ist der Zahnschmelz einmal abgebaut, kann er nicht vom Körper nachgebildet werden. Dennoch gibt es zahnärztliche Maßnahmen, um die Folgen zu minimieren und den verbleibenden Schmelz zu schützen:

 

  • Fluoridierung: Regelmäßige professionelle Fluoridierungen in der Praxis oder spezielle Fluoridgele für zu Hause stärken den verbleibenden Schmelz und reduzieren die Empfindlichkeit.
  • Versiegelungen: Bei beginnendem Zahnschmelzabbau auf den Kauflächen können Rillen und Fissuren versiegelt werden.
  • Füllungen: Bei tieferen Defekten oder stärkerer Schmerzempfindlichkeit können zahnfarbene Füllungen (Komposite) oder Inlays den verlorenen Zahnschmelz ersetzen und den Zahn schützen.
  • Kronen/Veneers: Bei sehr weit fortgeschrittenem Zahnschmelzabbau, der die Ästhetik und Funktion stark beeinträchtigt, können Kronen oder hauchdünne Keramik-Veneers zum Einsatz kommen, um den Zahn umfassend zu schützen und wiederherzustellen.

Häufige Fragen (FAQ) zum Zahnschmelzabbau

Kann sich Zahnschmelz wieder aufbauen?

Nein, einmal abgebauter Zahnschmelz kann vom Körper nicht nachgebildet werden. Er kann jedoch durch Fluoride und die Mineralien im Speichel remineralisiert und in seiner Struktur gestärkt werden, solange der Abbau noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Daher ist Prävention und frühzeitige Behandlung so wichtig.

Ist Zahnschmelzabbau dasselbe wie Karies?

Nein, es ist nicht dasselbe. Karies wird durch Bakterien verursacht, die Zucker in Säure umwandeln und dadurch Löcher in den Zahn fressen. Zahnschmelzabbau (Erosion) ist der direkte chemische Verlust von Zahnhartsubstanz durch Säuren, die nicht von Bakterien stammen (z.B. aus Lebensmitteln oder Magensäure). Beide Prozesse schädigen den Zahn, haben aber unterschiedliche Ursachen.

Sind elektrische Zahnbürsten bei Zahnschmelzabbau schädlich?

Elektrische Zahnbürsten sind per se nicht schädlich, wenn sie richtig angewendet werden. Achten Sie auf eine weiche Bürstenköpfe und verwenden Sie nicht zu viel Druck. Moderne elektrische Zahnbürsten verfügen oft über einen Andrucksensor, der Sie warnt, wenn Sie zu fest putzen. Das Wichtigste ist, nicht direkt nach dem Konsum saurer Speisen/Getränke zu putzen, da der Schmelz dann weicher ist.

Welche Zahnpasta sollte ich bei Zahnschmelzabbau verwenden?

Wir empfehlen eine fluoridhaltige Zahnpasta, die speziell für empfindliche Zähne oder zur Remineralisation des Zahnschmelzes entwickelt wurde. Achten Sie auf Inhaltsstoffe wie Fluorid (z.B. Aminfluorid, Zinnfluorid) oder Hydroxylapatit.

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